Als ich gestern, ganz in Gedanken versunken, auf die S-Bahn warte, steht da plötzlich wie aus dem Nichts ein kleines buntes Quissel vor mir und fragt tieftraurig: “Ich habe mein Schnurzelpup verloren, hast du es vielleicht gesehen?” “Was ist denn ein Schnurzelpup?” frage ich zurück. “Sieht einem Olfatotium ziemlich ähnlich, ist aber krafzussiger und recht zutraulich. Das liegt daran, dass es mit einem Schnuppelpimm gekreuzt wurde. Und weil es eine ausgeprägte Affinität zu solchen Pusselbrumms wie dir hat, dachte ich, es hat vielleicht deine Nähe gesucht. Es war mein Lieblingsschnurzelpup”, setzt das Quissel dann noch, den Tränen nahe, hinzu und verliert dabei alle Buntheit.
“Oh, das tut mir sehr leid”, erwidere ich, ehrlich bestürzt über die tieftraurige Farblosigkeit des Quissels. “Ich werde Augen, Ohren und Sinne offenhalten”, verspreche ich dann noch in der Hoffnung, dem Quissel damit etwas Trost spenden zu können. Es scheint auch zu funktionieren, denn die Schlappohren des Quissels nehmen umgehend eine leicht lila Farbe an, als es sich mit der Bemerkung “Ich muss weitersuchen”, wieder auf den Weg macht. “Wie finde ich dich denn, wenn das Schnurzelpup bei mir auftauchen sollte?” rufe ich ihm noch nach. “Denk mich einfach, dann bin ich sofort da”, ruft es, schon um die nächste Ecke verschwindend, zurück.
Tja, bis jetzt ist mir das Schnurzelpup noch nicht unter die Augen gekommen und langsam mache ich mir Sorgen. Schrecklich, wenn das kleine Quissel seine Buntheit für immer verlieren würde! Deshalb meine Bitte an Euch: Haltet Augen, Ohren und Sinne offen und wenn Ihr das Schnurzelpup seht – sagt mir sofort Bescheid. Oder denkt direkt das Quissel.