Alt-Tegel… Die Bahn ist fast leer. Ich setze mich ans Fenster.
Auf den Plätzen neben mir sitzen zwei Obdachlose. Der eine wohlgenährt; “Wohlstandswampe” denke ich noch so.
Der andere wie ein Bild von Zille: zahnlos, die Unterlippe so weit vorgeschoben, dass sie fast die Nase berührt. Dass die beiden obdachlos sind erfahre ich, weil sie sich über die “guten Plätze” unterhalten. Darüber, unter welcher Brücke es “angenehm” ist.
Mir gegenüber sitzen zwei Typen, ungefähr 30. Der eine aufgedreht und hibbelig, der andere bastelt gerade in aller Ruhe einen dicken, fetten Joint. Vermutlich für seinen aufgedrehten Kumpel, damit der runterkommt.
An der nächsten Station steigen die beiden Obdachlosen aus. Ihren Platz nimmt ein junger Bursche mit Hund ein. Die Plätze vor mir sind von einer Familie mit Kind besetzt. Das Kind albert lautstark herum – der Hund knurrt. Das Kind sitzt still und macht keinen Mucks mehr. Bis Herrchen und Hund aussteigen.
Ich habe noch fünf Stationen vor mir.


