Es ist nachmittags halb Fünf. Aber es ist schon beinahe dunkel und der Vollmond steht am Himmel. Wobei – diese stehende Redewendung vom am Himmel stehenden Mond trifft es nicht. Er scheint an dem Kran zu hängen, der seit Wochen direkt gegenüber meinem Fenster steht und beeindruckende Ausmaße hat. Und nun bestätigt sich mein Eindruck: nicht einmal unter dem Gewicht des vollen Mondes wankt das Ungetüm.

Ich vermute ja, das an der Fahrerkabine prangende, leuchtende runde Firmenschild hat den Mond angelockt.
Ich glaube, er will flirten. Fühlt sich wohl allein. Besonders jetzt, wo er so schön voll und in seiner ganzen Schönheit zu sehen ist, denn kein Wölkchen mag heute die Sicht verdecken. Dennoch fürchte ich, der Flirt wird einseitig und der Mond allein bleiben. Ganz oben ist es eben einsam…

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