Artikel-Schlagwort: Herbst

Erntezeit,
Schnupfenzeit,
Zeit des Abschieds,
Zeit der Melancholie,
Zeit für duftend heißen Tee,
Zeit der Fröhlichkeit,
Zeit der Wiederkehr,
Regenzeit,
Herbst.

Irgendwie werde ich im Herbst immer ein wenig melancholisch.

Liegt es vielleicht daran, dass ich die Wärme, die ich brauche, nicht mehr von der Sonne bekomme?

Oder liegt es daran, dass die Tage immer kürzer, die Abende immer länger werden? Abende, an denen ich es genieße, mich mit dem Lieblingsbuch auf dem Schoß und der Lieblings-CD im Player in meinen Lieblingssessel zu kuscheln, während der Wind den Regen an die Fensterscheiben peitscht.

Und dann die Gedanken immer öfter abschweifen, ich irgendwann jeden Absatz zweimal lesen muss und das Lesen schließlich ganz aufgebe, um nur noch meinen Gedanken nachzuhängen. Gedanken an das, was war, was man hätte anders oder besser machen können; Gedanken an das, was ist und so nicht bleiben kann; Gedanken an das, was sein wird – sein könnte – oder auch nicht; Gedanken darüber, was man versäumt hat oder zumindest glaubt, versäumt zu haben.

Und all diese Gedanken beginnen sich im Kreis zu drehen, erst langsam, dann immer schneller, um mich schließlich hilf- und wehrlos völlig in ihren Strudel zu ziehen.

Ja – daran wird es liegen, dass ich im Herbst immer ein wenig melancholisch werde und mir nicht sicher bin, ob ich diese Jahreszeit dafür mögen oder hassen soll.