Artikel-Schlagwort: Sonntag

Als ich heute zum Bäcker ging, um mir ein Brot und ein paar Brötchen zu kaufen und nebenbei noch etwas Luft zu schnappen – ich sehe davon ab, von frischer Luft zu reden, denn wie sollte die frische Luft nach Berlin-Neukölln gelangen – von der ich hoffte, dass sie eventuell bei der Vertreibung meiner Kopfschmerzen behilflich sein könnte – war sie aber nicht, was sicher daran liegt, dass es eben einfach nur Luft statt frischer Luft war – machte mir die freundliche, gebrochen deutsch sprechende Servicekraft ein tolles Angebot: sie verkaufte alles, was sich im rechten Bereich der Verkaufstheke befindet – also von ihr gesehen aus im rechten Bereich, von mir aus gesehen demzufolge im linken – zum Spottpreis von je drei Teilen zu einem Euro!

Schade nur, dass ich als Single schon mit zwei Teilen mehr als bedient bin. Natürlich hätte ich trotzdem von allem drei Teile nehmen und den dritten Teil in einem Fresspaket in die dritte Welt schicken können. Da aber so eine Reise ganz schön lang und das Zeug immer schon nach einem Tag hart ist, erachtete ich es als wesentlich sinnvoller, stattdessen den Euro zu spenden – der ist nämlich eh schon hart.

Übrigens war das Krustenbrot, das ich immer kaufe, das letzte und ich brauchte keine drei Brote nehmen. Glück muss der Mensch haben.

Heute ist mal wieder so ein Sonntag zum Abhängen. Herrlich!

Der Regen hat endlich etwas Abkühlung gebracht, die Temperatur ist angenehm, der Himmel blau und mit dicken weißen Wolken bekleckst, durch die die Sonne immer wieder einen strahlenden Blick riskiert.

Ich habe geschlafen bis in die Puppen, der Kaffee mit viel Milch ist heiß und hat die Farbe von Schokoladenpudding. Die ausgiebige Dusche und auch das anschließende Pflegeprogramm wird vom Gesang von Mireille Mathieus begleitet, an dem irgendein Mitbewohner die gesamte Nachbarschaft teilhaben lässt. Nicht unbedingt mein Geschmack, aber was solls. Er versöhnt mich dennoch mit den kleinen Unwegsamkeiten des Lebens, wie zum Beispiel diesen Hüftrollen, die mir der Blick in den Spiegel zeigt und die trotzig jeder Diät widerstehen. Den Gedanken an die großen Unwegsamkeiten habe ich heute Ausgang gegeben. Und entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit sind sie meiner freundlichen Aufforderung gefolgt.

Das mittägliche Frühstück fällt etwas mager aus, es sind nur noch Brot, Lätta, Zwiebeln und eine Banane im Haus. Eigentlich mag ich gar keine Bananen, aber sie sollen hervorragende Nervennahrung sein, hab ich mal irgendwo gelesen. Also gibt es Lättabrot mit Banane. Das Brot allerdings ist ausgesprochen lecker – Bäckerbrot mit extra scharf gebackener Kruste. Wenn es nach mir ginge, bräuchte ein Brot nur aus Kruste bestehen.

Perfekt wäre es, wenn ich zu meinem Mahl nun noch den “Spiegel” lesen könnte. Aber der wird leider nicht an die Wohnungstür gebracht, er liegt zwei Etagen tiefer im Briefkasten. Also entweder im Bademantel durch den Hauflur springen oder anziehen. Behagt mir aber beides nicht. Also keine Lektüre. Stattdessen das Laptop aufgeklappt und drauflos getippt.

Solltet Ihr also Beschwerden zu dem Text haben, den Ihr gerade lest, wendet Euch bitte an den Postboten. Er ist schuld! Andernfalls nehme ich Dankesbekundungen gern in Form von essbaren Naturalien entgegen.

Ich liebe diese Sonntage:

Schlafen bis in die Puppen… ein Käffchen als Muntermacher… rumlumpern… dann – irgendwann gegen Mittag – gemütlich und ausgiebig frühstücken… rumlumpern… ausgiebig duschen… außer dicken Socken und einem kuscheligen Lumperpullover nichts anziehen… rumlumpern… einen besonders guten Tee kochen (heute Rosenblüten)… dazu die verschiedenen Sorten Honig zum Süßen auffahren… Farbe, Geruch, Geschmack und Ambiente genießen… rumlumpern… telefonieren, wenn mir so ist, wenn mir nicht danach ist, nicht rangehen… rumlumpern… aus dem Fenster schauen, wie der Schneeregen es draußen ungemütlich macht und die Wärme drinnen nochmal so zufrieden genießen… rumlumpern…

Au ja!