Artikel-Schlagwort: Weltschmerz

Er hing schon lange an der Flasche
und sah darin auch kein Problem.
Denn Alkohol war sein Masche,
der Welt den Rücken zuzudrehn.

Die Welt ist schlecht, die Welt ist böse.
Er war zu gut für diese Welt!
Dass von dem Weltschmerz ihn erlöse
hat er Freund Alkohol erwählt.

Der ließ ihn all den Scheiß vergessen,
mit dem das Leben ihn täglich quält.
Keiner von den Mahnern konnte ermessen
wie ein klarer Kopf ihm das Leben vergällt.

Im Suff ging ihm alles am Arsch vorbei.
Die Welt wurde freundlich und bunt.
Wiesen wurden rot und gescheckt der Schnee
wie der sprichtwörtlich bunte Hund.

Der Suff machte ihn zwar zum Auslaufmodell,
undicht wurde jedoch nur die Blase.
Im Kopf blieb er dicht, vermied prinzipiell
auch die kürzeste nüchterne Phase.

Sein bester Freund war der Alkohol;
der beste Freund, den er je fand.
Also trank er auf ihrer beider Wohl
und versoff schließlich seinen Verstand.

Es wechselt der moderne Mensch in unsren Zeiten
vom Wickeltisch direkt zum Therapeuten.

Dort kann er dann in Selbstmitleid zerfließen
und seinen ganzen Weltenschmerz ergießen.

So, glaubt er, kann er auch die Kurve kriegen:
statt was zu ändern, auf der Couch zu liegen.

Die Schleife in deinem Haar
sie weckt Erinnerungen
Erinnerungen an eine Zeit
als die Welt uns noch zu Füßen lag
wir nichts anderes brauchten
als einen gut gefüllten Picknickkorb
um sie zu erobern
Erinnerungen an eine Zeit
in der ich an die ewige Liebe glaubte
und Verse schrieb für dich

Die Schleife in deinem Haar
sie weckt Erinnerungen
und schmerzlich wird mir klar
dass sie alles sind
was mir geblieben ist aus dieser Zeit
als die Welt uns noch zu Füßen lag
Denn Glauben ist nicht Wissen

Die Schleife in deinem Haar
schmückt dich heute für einen anderen
Doch meine Verse schreib ich
immer noch für dich.