In kaum einem anderen Bereich des Lebens spiegelt sich der Umgang der Menschen miteinander so intensiv wider wie in partnerschaftlichen Beziehungen und der Familie.
Einst das Heiligtum, noch immer die “Keimzelle der Gesellschaft”, hat sich das Bild der Familie unserer schnelllebigen Zeit angepasst: Alleinerziehende Frauen und Männer und Patchwork-Familien sind eher die Regel als die Ausnahme, die Zahl der überforderten und hilflosen Eltern steigt, Beziehungen haben eine geringe Halbwertzeit, Egoismus und Beziehungsunfähigkeit stellen das Verständnis von Liebe auf den Prüfstand.
Die Kurzgeschichten in diesem Band erzählen davon.
Zum Beispiel von der Mutter, die es für Verantwortungsbewusstsein hält, ihr Kind mit in den Tod zu nehmen; dem Sohn, der nach über zwanzig Jahren seinen Vater sucht; der Frau, die resigniert lieber mit dem ungeliebten Mann zusammenbleibt, als allein zu leben, dem Bruder, der die eigene Schwester beklaut, dem Sohn, dem erst der Tod der Mutter die Augen öffnet…

